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drehstuhlranger
24 May 2010 @ 09:30 am

David Feldman: "I was just vacationing in Amsterdam, where prostitution is legal. Let me rephrase that: I was just vacationing in Amsterdam, because prostitution is legal."

 
 
drehstuhlranger
14 December 2008 @ 12:06 pm

Ich bin euren Feiertagen gram und verachte sie und mag eure Versammlungen nicht riechen. (...) Tue nur weg von mir das Geplärr deiner Lieder (...).

Amos 5:21,23


Das muss man sich vorstellen: ein über 2000 Jahre altes Bibelwort des kleinen Propheten Amos drückt nicht nur meine Haltung gegenüber bspw. dem Weihnachtsfest aus ("Ich bin euren Feiertagen gram"), sondern deckt auch die daran geknüpften Problemfelder 'glühweinduftende Weihnachtsmärkte' ("mag eure Versammlungen nicht riechen") und
"Rudolph-the-red-nosed-reindeer"/"Jingle-Bell-Rock"-Gedudel ("das Geplärr deiner Lieder") ab!


 
 
drehstuhlranger
13 September 2008 @ 02:29 pm

Reporter: What credentials does governor Palin have in national security, diplomacy, foreign policy, that qualify her to be your partner (…) on that issue, the fight against Islamistic extremism?

John McCain: Well, obviously the economy is also a major challenge (…)

Reporter: (…) What experience does she have in the field of national security?

John McCain: Energy.



Interview



 
 
drehstuhlranger
28 August 2008 @ 03:07 pm
Ben  
H: Neulich, bei der Abschlussfeier der Olympiade, da fragte ich mich...

B: Ja?

H: ... in dem Moment, da die britische Nationalhymne gespielt wurde...

B: "God save the Queen"?

H: Ja. Da fragte ich mich: Was singt eigentlich ein britischer Patriot, der antimonarchischer Atheist ist?

B: Der kann ja noch immer "Rule, Britannia! Britannia rule the waves!" singen.

H: Zur selben Melodie, also gleichzeitig mit den Anderen, die Gott und Königin besingen?

B: Möglich. Vielleicht passt es ja von den Silben her...

H: Nein, das passt rhythmisch und slibenzahlmäßig leider nicht, er müsste schneller singen...

B: Ja, gut, sind es halt Schnellboote.



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Fußnote: Eine nach jenem Gespräch durchgeführte Google-Recherche förderte auch eine Veralberung von "Rule, Britannia" zu Tage, die da lautet: "Waive, Britannia! Britannia waive the rules!"

Fußnote für Christian: "Britannia" klingt wie "Brit-Anja".
 
 
drehstuhlranger
http://www.theonion.com/content/node/46458

"Nühühaha!" (Dietmar Wischmeyer). Nichts geht über 2 Jahre alte Band-der-Woche-Scherze mit einer Prise Historikerhumor.
 
 
drehstuhlranger
Steven Seagals neuestes Großwerk "Kill Switch" ist im Schneideraum schwerste Gewalt angetan worden. Folgende Analyse bebildert eine Szene, von deren einzelnen Einstellungen jeweils der erste und der letzte frame zu sehen sind. Man achte auf die grobe Missachtung aller continuity-Regeln, bspw. darauf wo Einstellung 14 aufhört und Einstellung 15 anfängt. Und dann vergegenwärtige man sich noch, dass Actionfilme aus den 80ern heute üblicherweise belächelt werden. Mag sein, dass die Filmninjas damals eher mäßige skillz Talente in martialer Artistik hatten, aber, bei Jawhe!, konnten die Schnitt-Handwerker damals noch Filme schneiden!

 
 
drehstuhlranger
17 August 2008 @ 10:15 pm
Im Erste-Hilfe-Kurs, den ich dieses Wochenende zu besuchen hatte, erinnerte mich ein Teilnehmer stimmlich an Oliver Pochers Oliver-Kahn-Parodie, eine junge Dame an eine Schlagzeugerin, die ein Freund kannte, eine weiter Teilnehmerin erinnerte mich an die nette Theologiestudentin von vor zwei Jahren, der Kursleiter entsprach einem von drei Proto-Typen des lustigen Kumpel-Unteroffiziers von der Bundeswehr (auch wenn er selber Zivildienst leistete) und ein letzter Teilnehmer erinnerte denn auch an einen konkreten Kameraden von damals. Und Jenny Owen Youngs klang in ihrem exzellenten Nonsense-Podcast, der in meinem MP3-Player auf dem Weg nach Hause lief, wenn sie lachte zu mindestens 80% so wie eine andere, mir noch liebere Theologiestudentin. Was mich zu der Frage bringt: Warum verwendet irgendwer überhaupt Geld darauf, Menschen klonen zu wollen, wenn man schon jetzt immer wieder den selben Typen begegnet?
 
 
drehstuhlranger
15 August 2008 @ 11:29 am
Ich möchte das nicht als Kritik an hyperversatilen Schwimmern wie Phelbs verstanden wissen, aber man muss doch mal anmerken dürfen, dass es nur ein halbes Wunder ist, n Medaillen zu gewinnen, wenn man sich in einer Sportart betätigt, die eben n Abstufungen hat. Selbst wenn sie perfekt spielten, müssten unsere Fußball-Damen ja beispielsweise zwanzig Jahre ihres Lebens Opfern bevor sie mal die fünf Medaillen gewinnen, die Phelbs hier in fünf Tagen einfährt. Aus Gründen der Gleichberechtigung sollten überhaupt alle Sportarten so aufgefächert werden wie Schwimmen: Skeet-Schießen auf 25, 50, 100, 150 Ziele, dann das selbe im Doppel, Vierer und Achter, im Doppel, bei Nacht, mit verbundenen Augen, etc. Oder beim olympischen Fußball werden Medaillen in den gesonderten Wettbewerben 11-Meterschießen, direkter und indirekter Freistoß (links, halblinks, mittig, rechts und halbrechts jeweils gesondert) vergeben. Erst wenn jeder Sportler überhaupt erst die hypothetische Chance hat, 8 Medaillen in seiner Disziplin zu gewinnen, herrscht Gerechtigkeit und erst dann ist Phelbs, wenn er seinen Rekord behält, auch der komplette Held, als der er jetzt gehandelt wird.

Im übrigen muss ich anmerken, dass Time Shawn Johnson auf Platz 7 der "100 Olympic Athletes to watch" gesetzt hat, eine Liste, bei der sie bei mir viel weiter oben rangiert. Der Unterschied wird sich daraus ergeben, dass "Time", anders als ich, keine B-Noten in den Kategorien "Quirligkeit", "Knüppelniedlichkeit" und "Sowieso!" vergibt.
 
 
drehstuhlranger
08 August 2008 @ 07:18 pm

Olympia XXIX (China 2008)



Eine wunderschöne, kreative, beeindruckende Eröffnungsfeier, die von vielen Mitwirkenden mit Mühe und Disziplin in ein wirklich schönes, lebendiges Kunstwerk verwandelt wurde.

Worauf ich gerne verzichtet hätte, war der Audiokommentar von Sandra Maischberger, der ich das Recht, die Tibet- und Menschenrechtsfrage in China für eines der wichtigsten Probleme auf der Welt zu halten, nicht nehmen mag, der ich aber sehr wohl nahegelegt hätte, diesen Themen nicht in jedem zweiten Satz einzubauen. Nicht, weil ich mir Dinge totgeschwiegen wünsche, sondern weil mir diese Betonung der innerchinesischen Fragen wie eine großkotzige europäische Unart vorkommt, die die richtigen Dinge mit dem völlig falschen Elan anspricht. Beispiel: Wenn Frau Maischberger auf die vielen Helfer zu sprechen kommt, die innerhalb des Stadions zu sehen sind (Fahnenträger, Tänzer, etc.), diese dann als Freiweilige bezeichnet, sich räuspert und nachfügt: „wenn man das denn sos agen kann.“ Soll wohl heißen: Alles Dissidentenkinder, die zur Teilnahme gezwungen wurden, weil sonst Mama und Papa sofort füsiliert worden wären; mindestens aber Zwangs- und Wanderarbeiter; keinesfalls aber wirklich Freiweillige, die das womöglich noch als Ehre empfinden könnten.

Weiteres Beispiel am Ende: Frau Maischberger summiert die Veranstaltung und bemängelt: Alles zu glatt gelaufen, alles zu perfekt. „Das hinterlässt einen Eindruck der Kälte.“ Da muss die Gegenfrage erlaubt sein: Welche durchchoreographierte Großveranstaltung dieses Ausmaßes wäre denn nicht bemüht perfekt über die Bühne zu gehen? Soll heißen: Schade, dass keiner gestolpert ist? Wirkte unmenschlich, weil die Menschen sich wirklich, wirklich angestrengt haben, was, unerhörter Zufall!, ja irgendwie auch den sogenannten olympischen Geist beschwört?

Und um ein letztes Beispiel zu bringen: Nach einem Programmteil, der Teile der Geschichte Chinas darstellte, machte Frau Maischberger ihrer Verwunderung Luft nichts von Mao gesehen zu haben. Die Schwere der Enttäuschung muss Frau Maischberg schwer getroffen haben: es ist ja auch eine unerhörte Unverfrorenheit der Chinesen, wenn sie ein Licht auf ihre 5000jährige Kultur werfen und gerade auch tibetbewegten Nicht-Chinesen bestimmte Aspekte chinesischer Geschichte nahebringen wollen. Mao da einfach auszulassen, überhaupt auf rote Fahnen zu verzichten, ebenso Hammer und Sichel, brennende US-Fahnen, das Bespucken westlicher Besucher, also, all die Dinge auszuklammern, von denen Frau Maischberger ganz sicher weiß, dass sie doch das wahre China ausmachen, das ist schon ein böser Affront. Letztendlich hätte sie sich wohl gewünscht, dass die Show aus einer 5stündigen Parade stolpernder Soldaten bestanden hätte, die alle ein Schild mit der Aufschrift „zwangsrekrutierte Minderheit“ auf dem Rücken tragen.

Es mag einer der großen Vorteile der Gegenwart sein, dass Informationen schnell reisen, Geheimnisse nicht lange Geheimnisse bleiben und Missstände im internationalen Maßstab viel schneller und deutlicher erkannt und benannt werden. Es ist aber einer der Nachteile der Gegenwart, dass das Geschrei der Gerechten und Selbstgerechten, sehr oft sehr schnell jegliche Nützlichkeit hinter sich lässt und in selbstbeweihräucherndes Gekeife umschlägt. China befindet sich in einem Prozess des Wandels: wo der enden wird weiß keiner. Wenn „wir“ (der Westen, die Demokratien) darauf Einfluss nehmen möchten, müssen wir uns bewusst sein, dass dieser Wandel seine Zeit dauern wird und das Ungeduld keine unserer dabei nötigen Tugenden sein kann.

Logisch zu Ende gedacht, bedeutet die pausenlose China-Schelte Maischbergers, dass man, wenn man dem Veranstalter seine Missetaten unter die Nase reiben will, um jegliche Anerkennung von dessen Leistungen zu verhindern, genauso gut bei jedem einzelnen Wettbewerbsteilnehmer die Untaten und Versäumnisse seines Landes auflisten müsste: „Dirk verwandelt den drei-Punkte-Wurf und jubelt. Hat er denn vergessen, dass letztes Jahr in Deutschland 2% mehr rechtsextremistische Straftaten registiert wurden? Aber schon setzen die Polen zum Gegenzug an, fast so als gäbe es die offene Anfeindung homosexueller Menschen in ihrer Heimat nicht!“ Will sagen: die politische Neutralität der olympischen Spiele ist nicht nur das Feigenblatt der erzwungenen Harmonie, sondern hat durchaus auch eine nette und sinnvolle Funktion: Man stelle sich vor, es würde sich tatsächlich ein wochenlanger, fairer Wettstreit zwischen Menschen aller Nationen entspinnen, bei dem niemand von Politik spricht und Teilnehmer wie Zuschauer den Menschen im sportlichen Gegner sehen, dessen Ziele und Wünsche nicht anders sind, als die eigenen. Ich weiß, Frau Maischberger, ich weiß: ein Schreckensszenario.
 
 
drehstuhlranger
03 August 2008 @ 02:42 pm